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Vorsicht, Falle!
Betrüger werden immer raffinierter und nutzen jede Gelegenheit, um an das Ersparte und die Daten von älteren Menschen zu gelangen. Sie rufen an, schreiben Nachrichten oder E-Mails und geben sich als Vertrauenspersonen aus, um ihre Opfer unter Druck zu setzen. Doch keine Sorge: Wer die Maschen kennt, kann sich wirksam schützen. Diese Seite gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die gängigsten Betrugsmaschen und zeigt Ihnen, wie Sie in jeder Situation richtig reagieren.
Woher haben die Betrüger meine Daten?
Sie wurden vielleicht schon einmal angerufen und wissen nicht, wie die Kriminellen überhaupt an ihre Telefonnummer oder Adresse gekommen sind? Dafür gibt es verschiedene Quellen:
Alte Telefonbücher
Betrüger suchen gezielt nach kurzen Nummern und traditionell älter klingenden Vornamen in Telefonbüchern.
Datenlecks
Bei Hackerangriffen auf Unternehmen werden oft Kundendaten gestohlen und im Darknet verkauft.
Adresshandel
Zufallsprinzip
Weitere Optionen und Quellen sind natürlich denkbar. Hier ist nur eine kleine Auswahl genannt!
Betrugsmaschen am Telefon
1. Der Enkeltrick
Die Masche im Detail
Bei dieser perfiden Masche nutzen Täter die emotionale Bindung und Hilfsbereitschaft von Großeltern aus. Der Anruf beginnt oft mit einem schnellen „Rate mal, wer hier ist?“, um das Opfer dazu zu bringen, selbst einen Namen zu nennen. Sagt die Oma dann beispielsweise „Kevin, bist du das?“, haben die Betrüger leichtes Spiel. Sie bejahen und bauen sofort eine Drucksituation auf, oft mit weinerlicher oder panischer Stimme, um klares Denken zu verhindern. Beliebte Geschichten sind ein selbstverschuldeter Autounfall, bei dem eine Person verletzt wurde und nun eine Kaution fällig ist, oder eine einmalige Gelegenheit, eine Traumimmobilie zu kaufen, für die sofort eine Anzahlung geleistet werden muss. Typisch ist auch die Ausrede für die fremde Stimme, etwa eine starke Erkältung.
Das eigentliche Ziel ist die Übergabe von Bargeld oder Wertsachen. Da der „Enkel“ angeblich nicht selbst kommen kann (z.B. weil er noch bei der Polizei oder beim Notar sei), kündigt er einen „vertrauenswürdigen Freund“ oder einen „Mitarbeiter der Justizkasse“ an, der das Geld abholen wird. So vermeiden die Täter den direkten Kontakt und schicken einen Abholer, der oft selbst nicht viel über die Hintermänner weiß.
️ So verhalten Sie sich richtig
- Seien Sie misstrauisch: Geben Sie niemals Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
- Stellen Sie Kontrollfragen: Fragen Sie nach Dingen, die nur Ihr echter Verwandter wissen kann oder vereinbaren Sie Codewörter.
- Beenden Sie das Gespräch: Sagen Sie, dass Sie Rücksprache halten müssen und legen Sie auf.
- Rufen Sie zurück auf der alten Nummer: Kontaktieren Sie Ihre Verwandten unter der Ihnen bekannten, alten Nummer und fragen Sie nach.
- Übergeben Sie niemals Geld an Fremde.
- Informieren Sie die Polizei: Melden Sie jeden Betrugsversuch bei der Polizei, in akuten Notfällen direkt unter der 110.
2. Falsche Polizisten
Die Masche im Detail
Diese Masche spielt mit der Autorität der Polizei und schürt gezielt Ängste. Die Täter nutzen eine Technik namens „Call-ID-Spoofing“, um auf dem Telefondisplay des Opfers die Notrufnummer 110 oder eine andere behördlich wirkende Nummer anzuzeigen. Der Anrufer meldet sich als Kriminalbeamter, oft mit einem überzeugend klingenden Namen und Dienstgrad. Die Geschichte ist meist dramatisch: Man habe eine Einbrecherbande festgenommen und bei dieser eine Liste mit potenziellen nächsten Opfern gefunden, auf der auch der Name des Angerufenen steht.
Um das Opfer maximal zu verunsichern, wird behauptet, es gäbe einen „Maulwurf“ bei der Hausbank des Opfers, weshalb das Geld auf dem Konto nicht mehr sicher sei. Das Opfer wird instruiert, zur Bank zu gehen, einen hohen Betrag abzuheben und diesen zu Hause für die „Sicherstellung“ durch einen Zivilbeamten bereitzuhalten. Die Täter halten das Opfer oft stundenlang am Telefon, um zu verhindern, dass es Angehörige oder die echte Polizei kontaktiert. Der angebliche „Zivilbeamte“ kommt dann zur vereinbarten Zeit und nimmt das Geld unter dem Vorwand, es in amtliche Verwahrung zu nehmen, an sich.
️ So verhalten Sie sich richtig
- Die echte Polizei holt niemals Geld oder Wertsachen ab.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
- Die 110 ruft Sie niemals ohne Grund an. Wenn diese Nummer im Display erscheint, handelt es sich fast immer um einen Betrug.
- Rufen Sie die Polizei selbst an: Wählen Sie die 110 (aber legen Sie vorher richtig auf, um die alte Verbindung zu trennen!) und schildern Sie den Vorfall bzw. fragen Sie nach bei Unsicherheiten. Rufen Sie alternativ direkt in der nächsten Dienststelle an.
- Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.
3. Falsche Gewinnversprechen
Die Masche im Detail
Bei dieser Masche wird die Hoffnung auf einen unerwarteten Geldsegen ausgenutzt. Ein sehr freundlicher Anrufer, der sich als Notar, Rechtsanwalt oder Mitarbeiter einer Lotteriegesellschaft ausgibt, überbringt die freudige Nachricht über einen hohen Gewinn, oft im fünf- oder sechsstelligen Bereich. Um seriös zu wirken, werden oft bekannte Namen von Lotterien oder Fernsehshows missbraucht. Die Freude des Opfers wird jedoch schnell getrübt: Um den Gewinn zu erhalten, müsse vorab eine Gebühr entrichtet werden. Die Begründungen dafür sind kreativ: Notarkosten, Bearbeitungsgebühren, eine Transportversicherung für den Geldkoffer oder Steuern, die angeblich vorab zu zahlen sind.
Die Zahlung soll meist über Wege erfolgen, die kaum nachverfolgbar sind. Besonders beliebt ist die Aufforderung, Guthabenkarten (z.B. von Amazon, Google Play oder Steam) im Supermarkt zu kaufen und die Codes am Telefon durchzugeben. Auch Überweisungen auf ausländische Konten oder die Übergabe von Bargeld an einen „Finanzkurier“ sind üblich. Oft bleibt es nicht bei einer Zahlung: Haben die Opfer einmal gezahlt, erfinden die Täter immer neue Gebühren, um noch mehr Geld zu erpressen. Den versprochenen Gewinn gibt es natürlich nie.
️ So verhalten Sie sich richtig
- Für einen echten Gewinn müssen Sie nie vorab bezahlen.
- Fragen Sie sich: Habe ich überhaupt an einem Gewinnspiel teilgenommen?
- Geben Sie keine persönlichen Daten preis, insbesondere keine Bankdaten.
- Legen Sie auf und blockieren Sie ggf. die Nummer.
4. Falsche Microsoft-Mitarbeiter (Tech-Support-Betrug)
Die Masche im Detail
Der sogenannte „Tech-Support-Scam“ beginnt mit einem unerwarteten Anruf, meist von einer Person, die Englisch oder gebrochenes Deutsch spricht. Der Anrufer gibt sich als Mitarbeiter von Microsoft oder einem anderen bekannten Technologieunternehmen aus. Er behauptet, dass vom Computer des Opfers Fehlermeldungen oder Viren-Warnungen an die Server der Firma gesendet werden. Um Vertrauen zu schaffen und die eigene Kompetenz zu untermauern, wird das Opfer aufgefordert, bestimmte Programme auf dem Computer zu öffnen. Beliebt ist die Windows-Ereignisanzeige, die bei jedem PC harmlose Fehler und Warnungen auflistet, die für Laien aber bedrohlich aussehen.
Ist das Opfer verunsichert, bieten die Täter an, das Problem zu beheben. Dafür soll eine Fernwartungssoftware (wie AnyDesk oder TeamViewer) installiert werden. Sobald das Opfer zustimmt, haben die Betrüger die volle Kontrolle über den Computer. Sie können nun unbemerkt Passwörter ausspionieren, persönliche Daten kopieren oder Schadsoftware installieren, die den Computer sperrt (Ransomware). Für die angebliche „Reparatur“ verlangen sie am Ende eine Gebühr, die oft per Kreditkarte oder über Guthabenkarten bezahlt werden soll.
️ So verhalten Sie sich richtig
- Microsoft oder andere Tech-Firmen rufen Sie niemals unaufgefordert an.
- Legen Sie sofort auf. Lassen Sie sich auf keine Diskussion ein.
- Gewähren Sie niemals Fremden Fernzugriff auf Ihren Computer.
- Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einen vertrauenswürdigen Bekannten oder Experten um Rat. Auch wir helfen sehr gerne weiter!
Betrugsmaschen auf dem Handy (Smartphone)
1. WhatsApp-Betrug: 'Hallo Mama/Papa...'
Die Masche im Detail
Diese Betrugsart beginnt mit einer harmlos wirkenden Nachricht von einer unbekannten Nummer, meist mit „Hallo Mama“ oder „Hallo Papa“. Der Absender gibt sich als der eigene Sohn oder die eigene Tochter aus und liefert sofort eine plausible Erklärung für die neue Nummer: Das alte Handy sei kaputt, verloren oder gestohlen worden. Die Täter bauen durch lockeren Smalltalk („Wie geht’s dir?“) eine vertraute Atmosphäre auf und bitten darum, die neue Nummer sofort abzuspeichern.
Der entscheidende Teil folgt kurz darauf: Es taucht ein dringendes Problem auf. Meist geht es um eine oder mehrere Rechnungen, die noch am selben Tag bezahlt werden müssen. Wegen des neuen Handys sei der Zugriff auf das Online-Banking aber angeblich nicht möglich. Daraufhin wird das Opfer gebeten, die Überweisung zu tätigen. Die Täter versprechen, das Geld so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Wenn das Opfer zustimmt, senden sie die Bankdaten eines fremden Kontos (oft von sogenannten Finanzagenten). Um Anrufe zu vermeiden, behaupten sie, das Mikrofon am neuen Handy sei kaputt oder sie säßen in einer Besprechung.
️ So verhalten Sie sich richtig
- Speichern Sie die neue Nummer nicht ab.
- Überweisen Sie auf keinen Fall Geld.
- Verifizieren Sie die Geschichte: Rufen Sie Ihr Kind unter der alten, Ihnen bekannten Nummer an. Geht niemand ran, versuchen Sie es über andere Wege (Festnetz, Partner anrufen etc.).
- Bitten Sie um eine Sprachnachricht: Das verunsichert die Betrüger meist.
- Blockieren und melden Sie den Kontakt in WhatsApp.
2. Phishing per SMS (Smishing)
Die Masche im Detail
„Smishing“ setzt sich aus SMS und Phishing zusammen und beschreibt den Versuch, über Textnachrichten an sensible Daten zu gelangen. Die Opfer erhalten eine SMS, die täuschend echt von einem vertrauenswürdigen Absender wie der eigenen Bank (z.B. Sparkasse, Volksbank), einem Paketdienst (DHL, Hermes) oder einem anderen Dienstleister zu stammen scheint. In der Nachricht wird eine dringende Handlung gefordert, oft unter einem Vorwand wie: „Ihre photoTAN ist abgelaufen, bitte aktualisieren Sie jetzt“, „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden, bitte bestätigen Sie Ihre Daten“ oder „Ihr Konto wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bitte verifizieren Sie sich hier“.
In der SMS befindet sich immer ein Link. Dieser führt jedoch nicht zur echten Webseite des Unternehmens, sondern zu einer professionell gefälschten Phishing-Seite. Das Ziel ist es, das Opfer zur Eingabe seiner Zugangsdaten, Passwörter, Kreditkartennummern oder anderer persönlicher Informationen zu verleiten. Sind einmal die Daten eingegeben, haben Betrüger Zugriff auf Ihr Bankkonto.
️ So verhalten Sie sich richtig
- Klicken Sie niemals auf Links in unerwarteten SMS.
- Banken oder seriöse Unternehmen fordern Sie niemals per SMS auf, Passwörter oder TANs einzugeben.
- Geben Sie die Adresse Ihrer Bank immer manuell im Browser ein oder nutzen Sie die offizielle App.
- Löschen Sie die SMS sofort.
- Wenn Sie geklickt und Zugangsdaten eingegeben haben: Ändern Sie umgehend alle Passwörter von einem anderen Gerät aus und kontaktieren Sie Ihre Bank für eine Kontosperrung.
3. QR-Code-Betrug (Quishing)
Die Masche im Detail
QR-Codes sind praktisch, aber auch ein Einfallstor für Betrüger. Beim sogenannten „Quishing“ (QR-Code-Phishing) manipulieren Täter diese Codes. Eine häufige Methode ist das Überkleben von legitimen QR-Codes im öffentlichen Raum. Man findet dann beispielsweise an E-Ladesäulen, Parkautomaten oder auf Werbeplakaten einen professionell aussehenden Aufkleber über dem Original-Code. Auch gefälschte Strafzettel für Falschparken, die einen QR-Code zur angeblich einfachen Online-Bezahlung enthalten, sind im Umlauf.
Ein Scan des manipulierten Codes mit der Handykamera leitet das Opfer dann nicht zur erwarteten Seite, sondern auf eine von den Betrügern kontrollierte Phishing-Webseite. Dort werden dann Zugangs-, Bank- oder Kreditkartendaten abgefragt. Eine andere Gefahr ist, dass der Scan direkt den Download von Schadsoftware startet, die das Smartphone infiziert. Die Sparkasse warnt zudem vor gefälschten Briefen, die echt aussehen und Kunden auffordern, einen QR-Code zu scannen, um angeblich neue Sicherheitsrichtlinien zu bestätigen – auch hier werden nur Daten gestohlen.
️ So verhalten Sie sich richtig
- Seien Sie bei QR-Codes im öffentlichen Raum misstrauisch. Prüfen Sie, ob ein Aufkleber über einen originalen Code geklebt wurde.
- Schauen Sie sich die URL an, die Ihr Handy anzeigt, bevor Sie die Seite öffnen. Wirkt sie seltsam?
- Geben Sie niemals sensible Daten ein, nachdem Sie einen unbekannten QR-Code gescannt haben.
- Nutzen Sie keine QR-Codes aus unerwarteten E-Mails oder Briefen, um sich bei Konten anzumelden. Rufen Sie im Zweifel lieber die offizielle Webseite manuell auf.
Allgemeine Schutzmaßnahmen und was tun im Notfall?
Die Goldenen Regeln
Diese Grundsätze helfen Ihnen, die meisten Betrugsversuche sofort zu erkennen und abzuwehren:
Im Zweifel auflegen & löschen
Ein seltsames Gefühl ist das beste Alarmsignal. Beenden Sie das Gespräch oder löschen Sie die Nachricht.
Nicht unter Druck setzen lassen
Niemals Daten preisgeben
Kein Geld an Unbekannte
Was tun, wenn es passiert ist?
Sollten Sie doch auf einen Betrug hereingefallen sein, ist schnelles Handeln entscheidend. Schämen Sie sich nicht, das kann jedem passieren!
Bank kontaktieren
Passwörter ändern
Ändern Sie ggf. sofort alle wichtigen Passwörter (E-Mail, Online-Banking etc.), die Sie preisgegeben haben.
Anzeige erstatten
Gehen Sie zur Polizei und erstatten Sie Anzeige. Das ist wichtig.
Hilfe suchen
Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder Freunden. Sie sind nicht allein! Unterstützung finden Sie auch beim Weißen Ring oder bei uns.

